Aufbruch in ein neues Leben

Eine Frau und ein Mann in Bäcker-Berufskleidung stehen vor einem Tisch mit Torten; die Frau hält eine Urkunde in der Hand

Bei der Abschlussfeier des Bäckerei- und Konditoreikurses im Berufsausbildungszentrum BAZ in Jerewan ist Kristina Saghjan (36, auf dem Foto mit Ausbilder Armen Aslanjan) nicht anzumerken, was sie hinter sich hat.

Lange Zeit hatte sie ein gutes Leben. Sie und ihr Mann Armen (41) betrieben drei Bäckereien in ihrer Heimat Berg-Karabach. Die beiden haben drei Kinder, Lilia (13), Sergej (10) und Sara (5). Lilia hat eine Lernbehinderung.

Doch im Herbst 2023 brach ihr ganzes Leben zusammen. Wie über 100.000 andere Armenier mussten sie aus Berg-Karabach fliehen und alles zurücklassen. Zu allem Unglück kam Kristinas Vater mit über 200 anderen Menschen bei einer Tankexplosion ums Leben, als er Treibstoff für die Flucht besorgen wollte.

Heute lebt die Familie zusammen mit Kristinas Mutter in Jerewan, wo sie glücklicherweise eine Wohnung besitzen. Ehemann Armen gründete mit drei Freunden ein neues Unternehmen, das Brot ans Militär lieferte. Doch da Rechnungen nicht bezahlt wurden, blieben sie auf den Schulden sitzen. So arbeitet er zurzeit zusätzlich auf dem Bau.

Kristina kann noch nicht außer Haus erwerbstätig sein, da sie sich um ihre Kinder kümmern muss, möchte jedoch mit dem Verkauf von Torten von zuhause aus zum Lebensunterhalt der Familie beitragen. Später würde sie gerne zusammen mit ihrem Mann ein kleines Unternehmen aufbauen. Als ausgebildete Bäckerin und Konditorin hat sie eine gute Chance auf Erfolg.