
Das Leben in Armenien ist hart, insbesondere für die Menschen, die in den Bergdörfern leben. Hier ist man besonders von der Witterung abhängig, die die Ernte gelingen lässt – oder eben nicht. Die Bergbauern arbeiten hart, sind jedoch meistens bitterarm. Einige von ihnen versuchen, in den Städten Arbeit zu finden, was die Familien auseinanderreißt und nicht selten vergeblich ist. Diese Menschen sind schwere Arbeit gewohnt und sind gewillt zu arbeiten. Es ist jedoch fast unmöglich für sie, ihre Familien zu ernähren, weil die Grundlage fehlt – und diese Grundlage möchten wir schaffen.
Das Konzept der Viehaktion

Armenien eignet sich hervorragend für die Viehzucht. Die Viehaktion wird seit über fünfzehn Jahren vor allem im Nordosten des Landes (früher auch in Bergkarabach) durchgeführt. Dort besitzen die meisten Bewohner sowohl einen Stall als auch das nötige Wissen zur Viehzucht. Viele mussten ihr Nutzvieh verkaufen, beispielsweise um Schulden zu vermeiden oder abzutragen. Aber ohne diese Einnahmequelle stehen sie nicht selten vor dem Aus.
Ziel dieses Projekts ist es, den arbeitsfähigen Familien die Möglichkeit zu bieten, sich selbst zu versorgen. Sie bekommen dadurch Selbstwertgefühl und entwickeln soziales Verantwortungsbewusstsein. Für viele von ihnen ist es eine besondere Erfahrung, durch die Weitergabe der erstgeborenen Kühe, Schafe und Schweine zu „Gebenden“ zu werden. Die Kinder werden ganz natürlich in die Stallarbeit mit einbezogen und lernen mit Spaß den Umgang mit Nutzvieh.
Vor Abgabe der Tiere wird jede infrage kommende Familie besucht, auch der Ortsvorstand wird mit einbezogen. Die Familien müssen arbeitsfähig und –willig sein, Grundkenntnisse in der Viehzucht vorweisen können und über einen geeigneten Stall verfügen.
Was Ihre Spenden bewirken
Im vergangenen Jahr berichteten wir über die Familie von Aram Howsepjan aus dem Dorf Ajgut im Osten Armeniens. Damals stand ihr Stall leer, und die Familie hoffte auf eine Möglichkeit, durch Viehwirtschaft wieder eine eigene Existenz aufzubauen.
Heute, ein Jahr später, hat sich einiges geändert.
Aram lebt gemeinsam mit seiner Frau Anahit (28) und ihren drei Kindern Mariam (5), Geworg (4) und Hasmik (3), sowie seinen Eltern Mariam (50) und Valeri (61) weiterhin im Dorf Ajgut. Er nahm im Jahr 2020 am Krieg um Berg-Karabach teil und leidet bis heute unter den seelischen Folgen. Eine feste Arbeitsstelle zu finden, ist für ihn kaum möglich. Dennoch ist er fleißig und fest entschlossen, seine Familie selbst zu versorgen.
Die gesundheitlichen Herausforderungen in der Familie sind geblieben: Die älteste Tochter Mariam ist taub und trägt ein Cochlea-Implantat. Auch Hasmik steht weiterhin unter ärztlicher Beobachtung. Großmutter Mariam benötigt aufgrund ihres Herzfehlers regelmäßig Medikamente.

Im Rahmen der Viehaktion 2025 erhielt die Familie schließlich Vieh. Der Stall wurde wieder mit Leben gefüllt. Heute versorgt die Kuh die Familie täglich mit frischer Milch. Die Familie kann sich nun selbst mit Milchprodukten versorgen – eine enorme Entlastung angesichts steigender Lebensmittelpreise. Überschüsse werden im Dorf verkauft und schaffen eine erste regelmäßige Einkommensquelle.
Aram arbeitet mit sichtbarem Stolz im Stall. Die Tiere geben ihm Struktur im Alltag und neue Hoffnung. Für Familie Howsepjan bedeutet die Unterstützung weit mehr als materielle Hilfe: Der Stall ist nicht länger ein Symbol für Verlust, sondern für Neubeginn. Die Familie ist weniger abhängig von externer Unterstützung. Die Kinder wachsen in einem Umfeld auf, das von Aktivität und Hoffnung geprägt ist. Aram hat wieder das Gefühl, gebraucht zu werden und Verantwortung tragen zu können.
Mit Dankbarkeit und neuem Mut blickt die Familie in die Zukunft und hofft, ihre kleine Viehwirtschaft weiter ausbauen zu können.
Dank der Großzügigkeit unserer Spender konnten wir im vergangenen Jahr insgesamt acht Familien mit Nutztieren versorgen und ihnen damit ein Stück Unabhängigkeit geben. Dafür sagen wir vielen Dank!
Füllen Sie den Stall mit Leben!
Familie Aruschanjan lebt im Dorf Dzoravank in der Provinz Gegharkunik. Vater Razmik (42) hat ein Magengeschwür und weitere gesundheitliche Probleme. Trotzdem nimmt er als Tagelöhner auch schwere Arbeiten an, um seine Familie zu ernähren. Mutter Vardusch (36) ist ebenfalls nicht gesund, hat jedoch kein Geld, um sich untersuchen zu lassen.

Sohn Sergej (18) wurde vor kurzem zum Militär einberufen. Tochter Manuschak (17) besucht die 12. Klasse und träumt davon, Künstlerin zu werden. Auch sie hat gesundheitliche Probleme. Tochter Lilijan (13) geht in die 8. Klasse. Ihr Berufswunsch ist Köchin. Sohn Sargis (9) ist in der 4. Klasse und möchte später gerne Soldat werden, um sein Heimatland zu verteidigen. Die kleine Lusine ist erst zwei Jahre alt und besucht noch keinen Kindergarten.
Die Familie lebt in einfachen und unsicheren Verhältnissen. Doch der größte Wunsch von Razmik, Vardusch und ihren Kindern ist es nicht, dauerhaft Unterstützung zu erhalten – sie möchten arbeiten, Verantwortung übernehmen und ihre Zukunft selbst gestalten. Sie hätten gerne die Möglichkeit, Viehzucht zu betreiben und die Tierhaltung zu ihrer nachhaltigen Einkommensquelle zu machen.
Für diese Familie bedeutet die Viehzucht weit mehr als nur wirtschaftliche Hilfe: Sie bedeutet Würde, Hoffnung und die Chance auf eine selbstbestimmte Zukunft für die Kinder.
Wir danken allen, die diese Hilfe bisher ermöglicht haben, und freuen uns darauf, gemeinsam noch mehr Gutes zu bewirken!
Bitte helfen Sie uns, nachhaltig zu helfen!
Kosten für ein Tier plus Versorgung für ein Jahr:
Kuh – 1.169 Euro
Schaf – 75 Euro
Schwein – 71 Euro
Huhn – 16 Euro
Dem Spendeneingang gemäß werden pro Familie zwei Kühe, drei Schafe, drei Schweine und zehn Hühner abgegeben, wobei die Abgabe auf Wunsch der Empfängerfamilien variieren kann.
Möchten Sie einer bedürftigen Bergbauernfamilie helfen? Einmal im Jahr stellen wir neue Familien vor, die Hilfe benötigen, und zeigen, wie wir anderen Familien bereits helfen konnten. Spenden können Sie selbstverständlich das ganze Jahr über!
Den aktuellen Flyer finden Sie hier!
Projekt 1111
oder den QR-Code mit Ihrer Banking-App scannen:





