
Greta M.
24. September 1944
(reserviert)
Das Dorf Martuni liegt in der Region Gegharkunik, etwa 130 Kilometer östlich von Jerewan, in der Nähe des Sewansees. Die Gegend ist bekannt für ihre langen, kalten Winter und die harte Lebensweise der Bevölkerung. Die meisten Bewohner leben von Landwirtschaft, Viehzucht oder kleinen handwerklichen Tätigkeiten. Viele junge Menschen sind in die Städte oder ins Ausland gezogen, weshalb hauptsächlich ältere Menschen im Dorf zurückbleiben, die oft allein und mit bescheidenen Mitteln leben. Martuni ist dennoch ein Ort mit warmherzigen Menschen, die einander unterstützen und ihren Glauben an Gott bewahren.
Bei unserem Besuch wurden wir von Frau Greta sehr herzlich empfangen. Sie wurde am 24. September 1944 im Nachbarsdorf Getik geboren und ist dort auch aufgewachsen. Nach sieben Jahren Schulbildung heiratete sie später mit 18 Jahren ihren Mann Rafik, der viele Jahre als Fahrer arbeitete und 2006 im Alter von 70 Jahren an einem Herzinfarkt verstarb. Gemeinsam hatten sie vier Kinder – drei Söhne und eine Tochter. Heute lebt Frau Greta allein in ihrem kleinen Haus im Dorf Martuni, woher ihr Mann stammt. Ihre Kinder haben nach der Heirat das Dorf verlassen und besuchen sie nur gelegentlich. Sie selbst sagt, dass sie niemandem zur Last fallen möchte und dass jede Familie heutzutage ihre eigenen Sorgen habe. Dennoch pflegt sie einen guten Kontakt zu ihren Kindern und steht mit ihnen telefonisch in Verbindung. Frau Greta ist 81 Jahre alt und gesundheitlich stark angeschlagen. Sie leidet seit vielen Jahren an Bluthochdruck und Herzinsuffizienz. Vor zwei Jahren wurde sie am Herzen operiert, doch ihr Zustand bleibt labil. Schon bei kleinen Anstrengungen kommt sie außer Atem. Ihre monatliche Altersrente beträgt 48.000 Dram (ca. 105 Euro), was kaum ausreicht, um die notwendigsten Lebenshaltungskosten zu decken. Zusätzliche Sozialhilfe erhält sie nicht.
Einen Gasanschluss besitzt sie nicht, daher heizt sie im Winter mit einem kleinen Holzofen, was für sie zunehmend beschwerlich wird. Haustiere hält sie keine, und Gartenarbeit ist ihr wegen ihrer Schwäche nicht mehr möglich. Die meiste Zeit verbringt sie zu Hause, hört Nachrichten oder sieht Fernsehsendungen. Einen großen Teil ihrer Rente gibt sie für Medikamente aus, die sie regelmäßig einnehmen muss. Trotz aller gesundheitlichen Probleme und der Einsamkeit bleibt Frau Greta ruhig, gläubig und dankbar. Sie betet oft, dass Gott ihr Kraft schenkt, auf den Beinen zu bleiben und niemandem zur Last zu fallen. In ihrem Gesicht liegt ein Ausdruck stiller Würde und tiefer Dankbarkeit. Sie lebt in einfachen Verhältnissen, doch in ihrem Herzen trägt sie Glauben, Demut und Hoffnung, dass Gott sie nicht vergisst.
Wenn Sie die Patenschaft für Greta übernehmen möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an info@amro-ev.de.
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