
Rima K.
06. Oktober 1940
(reserviert)
Das Dorf Martuni liegt in der Region Gegharkunik, etwa 130 Kilometer östlich von Jerewan, in der Nähe des Sewansees. Die Gegend ist bekannt für ihre langen, kalten Winter und die harte Lebensweise der Bevölkerung. Die meisten Bewohner leben von Landwirtschaft, Viehzucht oder kleinen handwerklichen Tätigkeiten. Viele junge Menschen sind in die Städte oder ins Ausland gezogen, weshalb hauptsächlich ältere Menschen im Dorf zurückbleiben, die oft allein und mit bescheidenen Mitteln leben. Martuni ist dennoch ein Ort mit warmherzigen Menschen, die einander unterstützen und ihren Glauben an Gott bewahren.
Bei unserem Besuch am 27. Oktober 2025 wurden wir von Frau Rima sehr herzlich empfangen. Sie wurde am 6. Oktober 1940 in Martuni geboren und ist dort auch aufgewachsen. Nach sieben Jahren Schulbildung heiratete sie im Alter von 19 Jahren ihren Mann Aramajis, der am Zweiten Weltkrieg teilgenommen hatte. Für ihn war es die zweite Ehe. Gemeinsam bekamen sie drei Kinder – einen Sohn und zwei Töchter. Heute lebt Frau Rima allein in ihrem kleinen Haus. Ihre Kinder haben nach der Heirat das Dorf verlassen und besuchen sie nur selten, da sie selbst sozial schwach sind und kaum Möglichkeiten haben, ihre Mutter regelmäßig zu unterstützen. Trotz der Einsamkeit und der schwierigen Lage versucht Frau Rima, ihren Alltag würdevoll zu meistern. Sie leidet seit vielen Jahren an Wirbelsäulenproblemen und einer Bandscheibenerkrankung. Ihre Beine und Hände sind schwach, manchmal fast gelähmt, und sie bewegt sich nur mit Mühe. Sie ist 85 Jahre alt und körperlich sehr geschwächt. Ihre monatliche Altersrente beträgt 48.000 Dram (ca. 105 Euro), was kaum ausreicht, um die notwendigsten Ausgaben zu decken. Weitere Sozialhilfe erhält sie nicht. In ihrem kleinen Haus gibt es eine Gasheizung, aber wegen der hohen Kosten schaltet sie sie nachts ab und versucht, unter mehreren Decken zu schlafen, um etwas Wärme zu bewahren. Sie spart, wo sie kann. Haustiere hält sie keine, und Gartenarbeit ist ihr nicht mehr möglich. Sie verbringt die meiste Zeit zu Hause, hört Nachrichten oder sieht Serien im Fernsehen. Zum Arzt geht sie nicht, da sie sagt: „Sie werden immer etwas finden, besser weiß ich nicht, was ich habe.“ Sie nimmt keine Medikamente ein und verlässt sich auf ihren Glauben und ihre Gebete, um weiter durchzuhalten. Sie betet oft, dass sie auf den Beinen bleiben und niemandem zur Last fallen möge.
Auf meine Frage, woran es ihr am meisten fehlt, lächelte sie mit Tränen in den Augen und sagte: „Wie kann man mit 48.000 Dram leben? Wenn mir jemand regelmäßig mit Lebensmitteln helfen könnte, wäre das schon eine große Unterstützung. Dann müsste ich meine Rente nicht mehrmals umdrehen und könnte sie für Strom und Gas einsetzen.“ Trotz ihrer Notlage blieb Frau Rima während des gesamten Gesprächs freundlich, bescheiden und dankbar. Sie lebt in sehr einfachen Verhältnissen, aber in ihrem Herzen trägt sie eine stille Würde und den Glauben, dass Gott sie nicht vergisst.
Liebe Paten, dank Ihrer liebevollen Unterstützung können wir den Alltag von Frau Rima ein wenig erleichtern. Ein kleines Lächeln, etwas Hoffnung und Geborgenheit schenken Mut und Lebensfreude. Wir möchten diese Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt nicht allein lassen. Im Rahmen des Projekts erhalten alleinstehende Senioren je nach Bedarf Lebensmittel, Kleidung, medizinische und psychologische Unterstützung sowie Bettwäsche.
Wenn Sie die Patenschaft für Rima übernehmen möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an info@amro-ev.de.
Allgemeine Informationen zu unseren Seniorenpatenschaften in Armenien gibt es hier!
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