
Manchmal sind es nicht die großen Katastrophen, die einen Menschen an den Rand seiner Kräfte bringen, sondern die vielen kleinen, unaufhörlichen Belastungen, die sich Tag für Tag auf die Seele legen.
Als wir Anahit Dawtjans Familie besuchten, spürten wir sofort: Hier lebt man nicht einfach – hier kämpft man jeden einzelnen Tag. Tatew (9) ist ein Mädchen, das die Welt auf seine eigene, verzögerte Weise entdeckt. Sie braucht Aufmerksamkeit, Geduld, spezielle Förderung. Seit einigen Jahren wird sie durch Paten unterstützt. Anahit (40) ist nicht nur Mutter eines Kindes mit besonderen Bedürfnissen – sie ist gleichzeitig die einzige Bezugsperson für ihre eigene psychisch schwer erkrankte Mutter Susanna (67). Zwei Menschen, die vollständig auf sie angewiesen sind. Zwei Leben, die ohne sie nicht funktionieren können. Eine Pause haben? Undenkbar. Ein Moment nur für sich selbst? Gibt es nicht. Nur manchmal kann sie als Reinigungskraft arbeiten; an den Tagen, an denen Tatew etwas länger in der Schule bleibt.

Die Familie lebt von kleinen Renten und Sozialhilfe. Es reicht dank der Patenschaft für Tatew gerade so für das Allernötigste. Doch selbst diese Sorgen treten in den Hintergrund, wenn man das Badezimmer betritt. Dort zeigt sich das eigentliche Drama ihres Alltags. Die Rohre sind alt, verrostet, teilweise zerstört. Feuchtigkeit zieht sich durch Decke und Wände. Sobald Wasser benutzt wird, dringt es nach unten in die darunterliegende Wohnung. Die Nachbarn haben bereits renoviert, und jedes Mal, wenn wieder Wasser durchsickert, entstehen neue Konflikte.
Was für andere Menschen selbstverständlich ist – ein Bad zu nehmen, sich zu waschen– ist hier mit Angst verbunden. Tatew darf sich beim Baden kaum bewegen. Jede kleine Bewegung könnte bedeuten: wieder Wasser, wieder Ärger, wieder Vorwürfe.
Großmutter Susanna kann deshalb zuhause überhaupt nicht baden. Anahit bringt sie trotz der zusätzlichen finanziellen Belastung einmal im Monat in ein öffentliches Bad. Dabei wäre eine Lösung so greifbar nah.
Mit etwa 1000 Euro könnte man die alten Rohre ersetzen, die dringend notwendigen Reparaturen durchführen und den Kreislauf aus Angst, Konflikten und Belastung durchbrechen.
Diese Familie verlangt nicht viel vom Leben. Sie wünscht sich keine großenVeränderungen, hat keine unerreichbaren Träume. Sie wünscht sich nur eines: endlich in Frieden leben zu können.
Danke, wenn Sie Familie Dawtjan darin unterstützen.
Projekt 1280




